Gipskartonplatten kleben anstatt schrauben

Gipskartonplatten klebenEine Alternative zum Verputzen von Wänden ist das Gipskartonplatten Kleben. Der große Vorteil dieser Methode ist, dass keine Verzögerungen beim Bau auf Grund von Trocknungszeiten auftreten. Falls man nicht auf einen Verputz der Wände verzichten möchte, so können die Gipskartonplatten sehr schnell und einfach mit einem Streichputz oder einem Spritzputz beschichtet werden. Im Folgenden wird Schritt für Schritt erläutert, wie man Gipskartonplatten kleben kann, so dass auch nicht so versierte Heimwerker  diese Arbeit durchführen können.

Schwierigkeitsgrad: Schwierigkeitsgrad 3

 


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Vorbereitungen zum Verkleben von Rigipsplatten

Das Verkleben von Gipskartonplatten an der Wand eignet sich sowohl für die Altbausanierung als auch für einen Neubau. Bevor man mit der eigentlichen Arbeit beginnen kann, müssen einige Vorbereitungsarbeiten durchgeführt werden. insbesondere bei der Altbausanierung muss der Untergrund sorgfältig vorbereitet werden, bevor man die Rigipsplatten verkleben kann.

  • Bei Altbauten ist der alte Putz häufig lose oder dieser sandet sehr. Lockerer Putz muss in jedem Fall entfernt werden. Sandender Putz muss  je nach Zustand entweder mit einem speziellen Haftgrund grundiert oder bei sehr schlechtem Zustand entfernt werden. Wenn man sich nicht sicher ist, ob der alte Putz den Gipskartonplatten noch genügend Halt gibt, ist es ratsam, diesen vollständig zu entfernen.
  • Da der Gipskleber recht schnell anzieht, ist es empfehlenswert, die Rigipsplatten schon vor dem Anrühren des Klebers auf die erforderlichen Maße zurecht zu schneiden. Die Schnittkanten werden anschließend mit einem Cuttermesser angefast, so dass diese später mit Spachtelmasse sauber verspachtelt werden können.
  • Als Nächstes sollte man alle Materialien und Werkzeuge, die zum Gipskartonplatten Kleben erforderlich sind griffbereit zusammenstellen, damit bei der Arbeit keine Verzögerungen auftreten.
Material- und Werkzeug - Liste anzeigen >>
Material - Liste Werkzeug - Liste
Gipskartonplatten Rührgerät
Gips und Spachtelmasse Eimer
Grundierung Maurerkelle und Glättkelle
Glasfaserarmierungsgewebe Zollstock
Holzkeile Wasserwaage
Schleifpapier Trockenbauschleifgerät
Wasser Cuttermesser

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Anleitung: Gips zum Rigips kleben anrühren

  1. Als Erstes wird der Gips zum Gipskartonplatten Kleben angerührt. Wichtig dabei ist, dass die Gipsmasse die richtige Konsistenz hat, damit die Platten einwandfrei an der Wand kleben.
  2. Beim Gips anrühren sollte man unbedingt die Herstellerangaben beachten. D.h. das angegebene Mischungsverhältnis von Gipspulver und Wasser ist unbedingt einzuhalten. Mit einer Waage kann man die benötigte Menge an Gips und Wasser genau bestimmen. Hinweis: Das Wasser sollte Zimmertemperatur haben.
  3. Beim Anrühren des Gipses wird zuerst der Eimer mit Wasser gefüllt. Anschließend lässt man die benötigte Menge an Gipspulver langsam in das Wasser rieseln. Hinweis: Wenn man das Gipspulver zu schnell in das Wasser gibt bilden sich Blasen und Klumpen.
  4. Nachdem sich die Mischung ca. 0,5-1 Minute lang gesetzt hat, wird diese mit einem Rührgerät langsam verrührt. Wenn die Gipsmischung eine cremige Konsistenz hat, kann diese zum Gipskarton Kleben verwendet werden. Hinweis: Da die Gipsmasse relativ schnell anzieht, ist es ratsam nicht zu viel Gips auf einmal anzurühren.




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Schritt für Schritt: Gipskartonplatten kleben

Nachdem alle notwendigen Vorarbeiten ausgeführt wurden kann man mit dem Kleben der Rigipsplatten beginnen. Dabei geht man am Besten folgendermaßen vor:

  1. Der Gips wird mit einer Maurerkelle in einem Abstand von ca. 35 cm in Batzenform auf die Rückseite der Gipskartonplatten aufgetragen. Wichtig dabei ist, dass die Gipsbatzen einen ausreichenden Abstand vom Plattenrand haben, damit der Gips beim Andrücken der Rigipsplatten nicht seitlich heraus quillt. Ein Abstand von 5-8 cm sollte in der Regel ausreichen.
  2. Beim Kleben der Platten fängt man unten an der Wand an. Die Platten dürfen allerdings keinen direkten Kontakt mit dem Fußboden haben, da sich ansonsten Schallbrücken ausbilden. Deshalb ist es empfehlenswert, kleine Holzklötze oder Holzkeile unter die Gipskartonplatten zu schieben, so dass diese in einem gleichmäßigen Abstand vom Boden angebracht werden können.
  3. Die Gipskartonplatten sollte man beim Verkleben immer mit einer Wasserwaage auf ihren korrekten Sitz prüfen. Hinweis: Kleine Unebenheiten können durch Anklopfen der Platten ausgeglichen werden. Bei hohen Räumen ist es häufig erforderlich mehrere Platten übereinander zu kleben. Dabei müssen die Gipskarton mit Versatz angeordnet werden.
  4. Nachdem Gipskartonplatten Kleben müssen die Fugen zwischen den Platten noch verspachtelt werden. Damit sich keine Risse bilden, sollten die Fugen mit einer speziellen Glasfaserarmierung bewährt werden. Im Fachhandel werden dazu selbstklebende Glasfasergewebestreichen angeboten die vor dem Verspachteln über die Fugen geklebt werden. Anschließend kann man die Platten mit Spachtelmasse quer zu dem Fugenverlauf verspachteln. Hinweis: In der Regel sind mehrere Spachtelgänge notwendig, um eine glatte Oberfläche zu erzielen.
  5. Zum Schluss werden die Gipskartonplatten noch geschliffen. Anschließend erfolgt ein weiterer Spachtelgang mit Finish-Masse, die wiederum geschliffen wird.
  6. Die Fugen zwischen der Wand und der Zimmerdecke werden mit Fugensilikon ausgeführt, welches man mit einer Kartuschenpistole auftragen kann.




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Tipps zum Rigips Kleben

  • Die oben beschriebene Anleitung zum Gipskarton kleben gilt im Prinzip auch für Neubauten. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Klebebatzen nicht so dick sein müssen, da die Wände in einem Neubau in der Regel gerade sind. Somit geht weniger Wohnfläche verloren.
  • Wenn man vor hat, auch die Wärmedämmung des Gebäudes zu verbessern, so kann man an den Außenwänden innen Verbund – Gipskartonplatten anbringen, die auf der Rückseite mit Polystyrol beschichtet sind. Diese Verbundplatten sind im Fachhandel mit Dämmschichten der Stärken 20-80 mm erhältlich.
  • Falls auch eine Schallschutzdämmung erwünscht ist, so sind anstatt der Polystyrol beschichteten Verbundplatten eher Gipskartonplatten mit einer Mineralfaserbeschichtung zu empfehlen.

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