Terrassenunterbau: Anleitung und Tipps

Terrassenunterbau: AnleitungDer Terrassenunterbau wird durch die Art des Terrassenbelages bestimmt. Für einen Holzbelag benötigt man einen anders aufgebauten Unterbau als für einen Plattenbelag. Des weitern richtet sich der Unterbau nach dem Untergrund, da gegebenenfalls Fundamente errichtet werden müssen. Auch die Art der Verlegung des Terrassenbelages bestimmt den Terrassenunterbau. Bei einem Terrassenbelag mit Platten unterscheidet man beispielsweise zwischen einer gebundenen und einer ungebundenen Verlegung, deren Unterbau unterschiedlich ausgeführt werden muss. Nachfolgend werden unterschiedliche Terrassenunterbau – Varianten mit Anleitung beschrieben.

Schwierigkeitsgrad:Schwierigkeitsgrad: Mittelschwer



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Terrassenunterbau für eine Holzterrasse herstellen

Eine Holzterrasse benötigt einen Unterbau, der das Holz vor aufsteigender Feuchtigkeit aus dem Untergrund schützt. In keinem Fall darf die tragende Holzkonstruktion direkt auf dem Erdboden verlegt werden, da diese ansonsten sehr schnell zu faulen beginnt. D.h. es ist eine Konstruktion erforderlich, die das Terrassenholz vom Erdboden entkoppelt und gewährleistet, dass das Regenwasser an der Dielenoberfläche ungehindert abfließen kann. Nachfolgend werden unterschiedliche Methoden beschrieben, wie man einen Unterbau für eine Holzterrasse herstellen kann.

Eine Holzterrasse mit einem Punktfundament – Unterbau bauen

Terrassenunterbau für eine HolzterrasseDer Bau eines Punktfundamentes bietet sich dann an, wenn man den Unterbau nicht auf der gesamten Terrassenfläche plan ausführen kann oder will. Des weiteren hat ein Punktfundament den Vorteil, dass auch größere Höhenunterschiede problemlos ausgeglichen werden können. Der Abstand der Punktfundamente zueinander hängt von der Tragfähigkeit der tragenden Konstruktion ab. In jedem Fall muss der Abstand der Fundamentsockel so gewählt werden, dass  die tragenden Balken nicht schwingen oder sich bei Belastung durchbiegen. Auf den Fundamentsockeln sollten verstellbare Balkenträger montiert werden.

Beim Bau eines Punktfundament – Unterbaues geht man wie folgt vor:

  1. Zuerst spannt man in dem Bereich, indem die Holzterrasse gebaut werden soll, Richtschnüre, um den Verlauf der Punktfundamente festzulegen.
  2. Anschließend gräbt oder bohrt man für die Punktfundamente je nach Bodenbeschaffenheit Löcher mit einer Tiefe von ca. 60-80 cm.
  3. Die Löcher werden bis ca. zur Hälfte mit einem Sand/Kiesgemisch aufgefüllt, welches man mit einem Stampfer verdichtet.
  4. Die Punktfundamente kann man selber betonieren. Alternativ werden im Fachhandel auch Fundamentblöcke aus Beton angeboten, die nur noch in die Fundamentlöcher gesetzt werden müssen.
  5. Nun werden die verstellbaren Balkenträger auf den Punktfundamenten montiert. Anschließend nivelliert man die Balkenträger mit einer Wasserwaage und einer Setzlatte. Hinweis: Damit das Regenwasser ungehindert abfließen kann muss ein Gefälle von ca. 2% vom Gebäude weg hergestellt werden.
  6. Nun können die Tragbalken für den Terrassenunterbau auf den Balkenträgern montiert werden.


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Einen Terrassenunterbau mit Betonplatten bauen

Terrassenunterbau mit BetonplattenMit herkömmlichen Betonterrassenplatten kann man recht einfach einen Unterbau für eine Holzterrasse herstellen. Allerdings müssen die Betonplatten genau nivelliert werden, damit die Tragbalken exakt aufliegen. Beim Ausrichten der Platten ist darauf zu achten, dass ein Gefälle von 2% vom Gebäude weg eingehalten wird. Die Betonplatten sollten in einem Splittbett verlegt werden, damit man eventuelle Höhenunterschiede einfach ausgleichen kann. Des weiteren ist es ratsam, ein Unkrautvlies auszulegen, damit zwischen den Betonplatten kein Unkraut hindurch wachsen kann. Zudem ist eine Dehnfuge von einigen Zentimetern zwischen dem Gebäude und dem Unterbau einzuhalten, damit sich die Holzkonstruktion ausdehnen kann.

Die Unterkonstruktion mit Betonplatten wird wie folgt gebaut:

  1. Zuerst hebt man den Bereich in dem die Holzterrasse gebaut werden soll, bis auf eine Tiefe von ca. 50-60 cm aus und verfüllt die Grube mit einem Sand/Kiesgemisch. Das Sand/Kiesgemisch wird mit einem Stampfer oder einer Rüttelplatte schichtweise verdichtet. Es muss dabei ein Gefälle von 2% vom Gebäude weg eingehalten werden.
  2. Als Nächstes wird eine ca. 5 cm starke Splittschicht aufgetragen und plan gezogen. Auf dieser Splittschicht werden nun die Betonplatten mit einem Abstand von ca. 40-50 cm verlegt und mit Hilfe einer Wasserwaage und einer Setzlatten nivelliert.
  3. Nun kann man die Tragbalken auf den Betonplatten verlegen. Hinweis: Damit die Tragbalken keine Feuchtigkeit über die Betonplatten ziehen, sollte  man unter die Tragbalken Bitumenbahnstreifen verlegen. Anschließend kann man die Terrassendielen montieren.

Ableitung: Terrassenunterbau für Betonplatten bauen

Für die relativ schweren Betonplatten benötigt man einen tragfähigen Unterbau. Bei der Verlegung von Terrassenplatten unterscheidet man die ungebunden Verlegung auf einem Splittbett und die gebundene Verlegung in einem Mörtelbett. Alternativ können die Terrassenplatten auch auf Stelzlagern verlegt werden. Hinweis: Bei größeren Terrassenflächen ist es ratsam, den Plattenbelag mit Randsteinen einzufassen.

Unterbau für eine ungebundene Plattenverlegung in Splittbett

Terrassenunterbau: Splittbett Verlegung

Bei einer ungebundenen Verlegung der Terrassenplatten wird zuerst ein Unterbau aus einer Schotter – Tragschicht hergestellt. Die Stärke der Tragschicht hängt von der Tragfähigkeit des Untergrundes ab und kann zwischen 25-60 cm variieren. Die Tragschicht wird mit einer Rüttelplatte verdichtet. Dabei ist auf ein Gefälle von ca. 2% vom Gebäude weg zu achten. Auf dieser Tragschicht wird anschließend eine ca. 5-8 cm starke Splittschicht aufgetragen und plan gezogen. Auf dem Terrassenunterbau können nun die Betonplatten verlegt werden.



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Unterbau für eine gebundene Plattenverlegung herstellen

Zuerst wird eine Tragschicht aus Schotter bis auf eine frostschere Tiefe hergestellt und verdichtet. Auf diese Tragschicht wird eine ca. 20 cm starke Betonplatte betoniert. Die Betonplatte sollte mit Baustahlgewebe armiert werden, um Risse zu vermeiden. Die Betonplatten werden anschließend im Mörtelbett verlegt. Hinweis: Zum Verlegen der Betonplatten sollte man eine speziellen Verlegemörtel und einen Fugenmörtel auf Harzbasis verwenden. Wenn Fehler beim Verlegen der Platten gemacht werden, kann es im Winter zu sehr teuren Frostschäden kommen.

Einen Terrassenunterbau mit Stelzlagern bauen

Terrassenunterbau StelzlagerDie Stelzlager können je nach Tragfähigkeit des Untergrundes auf einer Tagschicht aus Schotter oder auf einer Betonplatte verlegt werden. Bei dieser Art der Plattenverlegung werden die Terrassenplatten auf einzeln verstellbaren Stelzlagern verlegt. Die Terrassenplatten werden an den Ecken auf den Stelzlagern gelagert. In den Stelzlagern sind Fugenkreuze eingearbeitet, so dass man immer den richtigen Fugenabstand erhält. Dieser Terrassenunterbau hat den Vorteil, dass das Regenwasser wischen den Fugen abfließen kann, so dass es niemals zu Pfützen auf dem Plattenbelag kommen kann. Jede Platte kann einzeln über die Stelzlager exakt eingestellt werden. An den Rändern müssen die Terrassenplatten mit Randsteinen eingefasst werden.

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