Terrassendach selber bauen: Ratgeber für Heimwerker

Bild von Patrick Turban auf Pixabay

Mit einer Überdachung sitzt es sich geschützt auf der Terrasse. Ob starke Sonneneinstrahlung oder Regen: Gartenmöbel und die Nutzer selbst sind geschützt vor Wind und Wetter. Um ein Terrassendach selbst zu bauen, erfordert es ein wenig handwerkliches Geschick.
Ein lauer Sommerabend auf der Terrasse ist wie ein Tag Urlaub. Damit bei einem Schauer nicht sofort alles zusammengepackt werden muss, eignet sich eine Überdachung.

Das sind die Vorteile einer Terrassenüberdachung:

  • Schutz vor Sonne bietet zum Beispiel ein Sonnensegel
  • Schutz für Gartenmöbel vor Regen, Hagel und Schnee
    Witterungseinflüsse werden abgemildert
  • Möbel und Dielen bleiben länger schön
  • Dach spendet Schatten
  • Wärmt im Herbst, da sich unter dem Dach warme Luft staut
  • Schutz vor lästigen Blicken der Nachbar, gesteigerte Privatsphäre
  • Günstige Materialien wie Holz vorhanden

Neue Terrassenüberdachung: Wird eine Baugenehmigung fällig?

Wer eine Überdachung an der Terrasse baut, muss dies unter Umständen vom örtlichen Bauamt genehmigen lassen. Im rechtlichen Sinne kann der Bau als Umbaumaßnahme gelten. Die genauen Maßnahmen hängen von der Bauordnung des Bundeslandes ab. Informationen gibt das örtliche Bauamt.

So ist die Dachkonstruktion aufgebaut

Sind alle Genehmigungen eingeholt, kann es an den Bau gehen. Die Überdachung bedarf Stützbalken und Pfetten. Die Balken tragen die Dachkonstruktion; die Pfetten dienen als Auflage für die Sparren. Sparren haben die Funktion die Dachhaut sowie die Dacheindeckungsmaterialien zu tragen. Wie viele Holzbauteile benötigt werden, hängt von der statischen Berechnung ab. Die Dachhaut kann zum Beispiel aus Glas bestehen.

Diese Materialien werden benötigt

Eine Terrassenüberdachung soll möglichst lange halten und auch starkem Unwetter trotzen. Stabile Materialien sind dafür unerlässlich. Das Gerüst kann durchaus aus Holz bestehen, denn es ist günstig und robust. Leimholz zählt zu den beliebtesten Materialien für die Terrasse, da es selten Risse aufweist. Allerdings muss Holz regelmäßig gepflegt werden, damit es schön bleibt.

Weniger pflegeaufwändig sind Aluminiumkonstruktionen. Das Material ist hart und kratzfest – somit ideal für das Bestehen gegen Wind und Wetter. Zudem ist Aluminium ein leichter Baustoff. Hier fallen aber höhere Kosten an als bei einer Holzterrasse.
Wichtig ist, dass die Terrasse eine lichtdurchlässige Überdachung bekommt. Schließlich möchte man nicht im Dunklen sitzen und noch etwas Sonne abbekommen. Leicht zu verarbeiten sind auch Doppelstegplatten aus Acryl. Dieses Material gibt es in glasklar oder als Milchglas.

Die Verarbeitung von Aluminium ist doch recht komplex; spezielles Werkzeug ist erforderlich. Für DIY-Handwerker eignen sich daher Überdachungen aus Holz.

Hinweis: Das Dach einer Terrasse bedarf eines statischen Gerüsts. Bei der Berechnung der Statik sollte durchaus ein Fachmann zu Rate gezogen werden.

Wer geübt an Bohrmaschine und Säge ist, kann die eigene Terrassenüberdachung gerne planen. Alle Einzelteile können auch zugeschnitten werden und sind so direkt für den Einsatz fertig. Zudem sind auch Bausätze erhältlich – der große Vorteil ist, dass diese schon berechnet und dementsprechend konstruiert sind. Der Heimwerker muss sie nur noch Zuhause zusammensetzen.

Wichtiger Schritt: Pfosten mit dem Fundament verankern

Ob Bausatz oder nicht: Ohne Pfostenträger läuft auf der Terrasse nichts. Als erstes müssen DYI-Handwerker Pfosten mit dem Fundament verankern. Träger aus Stahl sind hier am besten. Besonders wichtig ist das bei einer Überdachung aus Holz, damit diese Halt bekommt. Pfosten aus Stahl verhindern Staunässe oder dass aufsteigende Nässe aus dem Boden in die Überdachung kriecht. In der Regel sind Pfostenträger separat zu kaufen.

Hinweis: Achtung vor Frost! Das Fundament sollte sich in einer Tiefe befinden, in der es keinen Bodenfrost gibt. Das ist bei 80 Zentimetern der Fall.

Anleitung:

1. Fundamentlöcher 80 Zentimeter tief ausheben und bis zur Hälfte mit Kies füllen. Verdichten und Betonfüße in den Boden lassen. Dort wird der Pfostenträger verankert. Träger alle in gleicher Höhe betonieren. Nun kann der Pfosten in die Träger eingesetzt und mit drei Schrauben fixiert werden.
2. Im nächsten Schritt wird der Balken an der Hauswand positioniert. Hierbei ist auf ein Gefälle von 10 Grad zu achten. Holz und Wand auf einmal durchbohren und Dübel mit Schraube einschlagen.
3. Daraufhin wird der vordere Querbalken mit Winkeln an Stützen verschraubt.
4. Nun können Auflegerbalken mit Winkelverbindern an den Pfosten befestigt werden. Auf die Sparren werden Dachlatten geschraubt.
5. Zuletzt wird das Dach eingedeckt. Auf Wunsch kann auch noch eine Dachrinne angebracht werden.

Die Terrassengestaltung sollten Heimwerker rechtzeitig und umfassend planen. Hier gibt es weitere Tipps zur Garten- und Terrassenverschönerung.