Klettergerüst selber bauen

Klettergerüst selber bauen

Als versierter Heimwerker kann man ein Klettergerüst selber bauen. Beim Eigenbau eines Klettergerüstes muss darauf geachtet werden, dass die Bauteile ausreichend dimensioniert sind und stabil miteinander verbunden werden. Die Standpfosten des Kletterturms müssen fest im Untergrund verankert sein, damit die Konstruktion beim Klettern nicht kippen kann. Des weiteren ist darauf zu achten, dass der Boden unter dem Klettergerüst stoßfedernd angelegt wird, so dass Stürze abgefangen werden.

Schwierigkeitgrad: Schwierigkeitsgrad: schwierig



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Das Material für das Klettergerüst zusammenstellen

Wer ein Klettergerüst selber bauen will, der sollte vor Baubeginn das dazu notwendige Material und Werkzeug sorgfältig zusammenstellen. Zum Einen kann man so die Kosten besser kalkulieren und zum Anderen werden unnötige Verzögerungen beim Bau vermieden. Die nachfolgende Liste zeigt die zum Selbstbau notwendigen Materialien und Werkzeuge.

Material- und Werkzeug - Liste anzeigen >>
Material - Liste Werkzeug - Liste
3 Holzbalken 160x160 mm Kreissäge
Rundhölzer d 45 mm L 1000mm Oberfräse
Holzbretter 40x100x1000 mm Bohrmaschine
3 Pfostenträger 160x160 mm Hammer und Schlagstück
Schrauben Wasserwaage
Kies
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Bei der Auswahl des Holzes für das Klettergerüst sollte man darauf achten, dass dieses splitterfrei ist. Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Holzauswahl ist die Witterungsbeständigkeit. Weiches unbehandeltes Kiefernholz ist zum Bau eher ungeeignet. Für die senkrechten Stützen ist Douglasieholz wesentlich besser geeignet. Die Sprossen sollten aus elastischem und harten Eschenholz gefertigt werden.

Anleitung: Ein Klettergerüst selber bauen

Bauplan: Klettergerüst selber bauenAls Erstes muss ein geeigneter Standort für den Kletterturm gefunden werden. Der Standort sollte sonnig oder halbschattig sein. Des weiteren ist es ratsam, darauf zu achten, dass in der Umgebung der Konstruktion keine Hindernisse wie Bäume oder Sträucher stehen.

Auch der Untergrund, auf dem das Klettergerüst gebaut werden soll, muss den Anforderungen entsprechen. Eine herkömmliche Rasenfläche ist ab einer Höhe von über 150 cm als Stoßdämpfung bei einem Sturz nicht ausreichend. Daher ist es empfehlenswert, im Bereich um die Konstruktion eine Kiesschicht einzubringen. Dazu hebt man den Erdboden im Bereich um das Klettergerüst ca. 30 cm Tief aus und füllt die Grube bis zur Hälfte mit einem Sand/Kiesgemisch auf. Die restlichen 15 cm werden mit feinem Kies aufgefüllt.



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Nachdem der Untergrund befestigt wurde, geht es daran, die senkrechten Stützbalken aufzustellen. Dazu ist es notwendig Balkenträger in den Erdboden einzuschlagen oder einzubetonieren. Wenn der Untergrund fest und tragfähig ist, können die Balkenträger mit einem Hammer und einer Einschlaghülse eingeschlagen werden. Falls man sich über die Beschaffenheit des Untergrundes nicht im Klaren ist, sollte man die Balkenträger einbetonieren. Dazu muss der Boden in dem Bereich der Balkenträger ca. 80 cm tief ausgehoben werden. Die Löcher werden anschließend bis zur Hälfte mit einem Sand/Kiesgemisch aufgefüllt, welches mit einem Stampfer verdichtet wird. Den Rest füllt man mit Beton auf, wobei die Balkenträger exakt positioniert werden müssen. Bis zum Aushärten des Betons sollten die Balkenträger mit Holzlatten fixiert werden. Die Position der Träger sollte dabei mit einer Wasserwaage überprüft werden. Die Balkenträger müssen einen Abstand von 680 mm besitzen, damit die Sprossen exakt eingepasst werden können.

  1. Als Nächstes werden die Standpfosten für den Einbau vorbereitet. Dazu werden die Pfosten in einem Abstand von 25 cm (Mitte zu Mitte gemessen) mit einem 45 mm Bohrer durchbohrt. Zum Bohren sollte man eine Standbohrmaschine oder eine Oberfräse verwenden. Eine Handbohrmaschine ist zum Bohren der Löcher eher ungeeignet, da sich mit dieser keine exakt senkrechten Bohrungen herstellen lassen.
  2. Wie aus dem Bauplan ersichtlich, wird die mittlere Stütze auf der einen Seite mit 45 mm Bohrungen versehen. Auf den anderen Seite werden mit einer Oberfräse 40 mm tiefe und 100 mm breite Ausfräsungen angebracht. Die Bohrungen dienen zum Befestigen der Rundstangen, in den Ausfräsungen werden die Bretter befestigt.
  3. Jetzt werden die Rundhölzer in den Bohrungen mit wasserfestem Holzleim verleimt. Damit das Klettergerüst eine ausreichende Stabilität erhält, werden die 3 oberen Rundhölzer mit Schrauben fixiert. Bevor man die Schrauben einschraubt sollte man die Balken mit einem Bohrer vorbohren.
  4. Auf der anderen Seite werden die Balken, wie aus dem Bauplan ersichtlich, mit einer Oberfräse 40 mm tief und 100 mm breit eingefräst.
  5. Zum Schluß wird die  das Klettergerüst montiert und in die Balkenträger gehoben. Für diese Arbeit sollten 1-2 Helfer bereit stehen, da die Konstruktion relativ schwer ist. Die Seite mit den Rundsprossen wird als Erstes in den Balkenträgern befestigt. Anschließend kann man den dritten Standpfosten ebenfalls in dem letzten Balkenträger anschrauben. Nun können die Kletterbretter mit wasserfestem Holzleim und Schrauben an den Standpfosten befestigt werden. Bevor man Kinder auf dem Klettergerüst klettern lässt sollte man diese ausgiebig auf dessen Stabilität überprüfen.



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Das Klettergerüst mit einer Kletterwand erweitern

Wer ein Klettergerüst selber bauen will, der sollte eventuell auch an eine Erweiterung mit einer Kletterwand denken. Für eine Erweiterung muss nur ein 4. Stützposten aufgestellt werden. Die Stützpfosten werden mit einer Oberfräse in der Mitte 25mm breit und 25 mm tief eingefräst. In diese Fräsnut kann man nun eine 25 mm starke wasserfest verleimte Multiplexplatte einschieben. Oben wird die Konstruktion mit einer 160×160 mm Querstrebe verstärkt, so dass die Stützbalken nicht auseinander gedrückt werden können. Die Querstrebe wird mit  Montagewinkeln befestigt. An der Multiplexplatte können nun spezielle im Fachhandel erhältliche Kletter- und Haltegriffe  anschraubt werden.

Eigenbau Klettergerüst Kosten

Die Kosten sollte man beim Klettergerüst selber bauen schon bei der Materialzusammenstellung kalkulieren. Für die tragenden 160×160 mm Pfosten  kann man mit Kosten von 15-20 Euro pro lfm. rechnen. Die Kosten für die 45 mm Rundholzsprossen liegen bei ca. 18-25 Euro pro Stück. Die 40×100 mm Holzbretter kosten ca. 12-18 Euro pro lfm. Die Preise für die Balkenträger liegen bei ca. 15-20 Euro pro Stück.

DIY – Tipps zum Klettergerüst selber bauen

  • Es ist ratsam, das Holz des Klettergerüstes mit einem Schutzanstrich vor Witterungseinflüssen zu schützen. Dazu sollte ein ungiftiger Schutzanstrich verwendet werden, damit beim Kletten keine giftigen Substanzen durch die Haut in den Körper eindringen können.
  • Alle Kanten an dem Klettergerüst müssen abgefast werden, da ansonsten beim Klettern Verletzungsgefahr besteht. Dies gilt insbesondere für die waagrechten Steigbretter. Alle Schraubenköpfe müssen sauber versenkt werden.
  • Sowohl die Rundhölzer als auch die waagrechten Steigbretter sollten aus hartem, elastischem Eschenholz gefertigt werden.

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